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20 November 2018IDM

Das Labor, das die Lebensdauer von Autos verlängert

Abkommen zwischen Eurac Research und Röchling Automotive: In der Klimakammer des Südtiroler Forschungsinstituts werden 12-monatige Tests bei Röchling-Komponenten durchgeführt – bei Temperaturen bis zu -40 Grad und einer Luftfeuchtigkeit bis zu 95 Prozent

Polare Temperaturen bis zu -40 Grad Celsius, Luftfeuchtigkeitsschwankungen und Luftfeuchtigkeit bis zu 95 Prozent sowie ausdauernde künstliche Sonnenbestrahlung – über Stunden und Tage: Ziel dieser Prozedur ist es, Belastbarkeit und Effizienz von Gegenständen auf die Probe zu stellen. Protagonisten der innovativen Tests des Accelerated Life Testing Lab, dem Labor von Eurac Research, das beschleunigte Lebenszyklen simuliert, werden Elektronik- und Kunststoffkomponenten des international tätigen Automobilzulieferers Röchling Automotive sein, der in Leifers einen Standort mit 900 Mitarbeitern unterhält, inklusive einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die zur Vorhut der Branche zählt. Röchling Automotive arbeiten mit mehr als 5.500 Mitarbeitern an 44 Standorten auf vier Kontinenten an integrierten Systemlösungen auf den Gebieten Aerodynamics, Powertrain und New Mobility.

„Eine der Stärken von Röchling Automotive ist die Forschung und Entwicklung, in die wir seit Jahren viel investieren, mit einer zunehmenden Anzahl an Mitarbeitern und Projekten. Durch die Zusammenarbeit mit Eurac Research können wir immer stärker auf Innovation setzen“, erklärt Mirco Brusco, General Manager Engineering von Röchling Automotive. Und Wolfram Sparber, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energien von Eurac Research, bestätigt: „Dies ist eine umfassende, intensive Zusammenarbeit, und Röchling als lokales und gleichzeitig internationales Unternehmen ein idealer Partner für unsere Forschungstätigkeiten. Zudem hat der Automobilsektor, auch die E-Mobilität, hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Bestandteile – für uns bedeutet dies, dass wir unsere Kompetenzen und Erfahrung in einem sehr anspruchsvollen, interessanten Bereich einsetzen können.“

(Foto: fabriziogiraldi)

Das Accelerated Life Testing Lab ist die Klimakammer, mit der Eurac Research die Leistung von Industrieprodukten wie Fotovoltaikmodulen, Kunststoffen und elektronischen Komponenten testet. Nun werden Produkte von Röchling Automotive Tests unterzogen, Produkte, die für fast alle europäischen Automobilhersteller bestimmt sind, wie beispielsweise Systeme zur Schadstoffreduzierung in Dieselmotoren. Die Komponenten werden zwölf Monate lang, insgesamt 3.000 Stunden, getestet, um ihre Effizienz bei diversen Umgebungsbedingungen zu bewerten. 

Das Accelerated Life Testing Lab enthält Systeme zur Befeuchtung, Kühlung, Erwärmung und Entfeuchtung. So kann der getestete Gegenstand komplexen und kontrollierten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen ausgesetzt werden. Um genau zu sein, können in der Klimakammer gleichzeitig bis zu zehn Fotovoltaikmodule in Standardgröße überprüft werden. Alle durchgeführten Tests entsprechen den internationalen Standards IEC 61215 (für kristalline siliziumbasierte Module) und IEC 61646 (für Dünnschichtmodule). Sie simulieren die Umweltbedingungen, denen Fotovoltaikanlagen im Laufe ihrer Nutzungsdauer ausgesetzt sind und die den natürlichen Alterungsprozess der Anlagen beschleunigen.

Bei den Komponenten von Röchling Automotive ist eine komplexe Versuchsanordnung notwendig. Es gilt, das Zusammenspiel sämtlicher Stressfaktoren zu simulieren, denen die Bestandteile und Materialien ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sieht das Abkommen zwischen Röchling Automotive und Eurac Research auch die Supervision durch einen eigenen Experten vor, der die Tests sowohl in den Laboren von Eurac Research als auch im Röchling-Entwicklungszentrum in Leifers betreut.